Smart Home – aber sicher: über Gefahrenquellen im IoT

Smart Home – aber sicher: über Gefahrenquellen im IoT

Mit dem Einzug des Internet of Things in unseren Alltag wird auch unser Zuhause zum vernetzten Smart Home. Fasziniert vom Komfort, den die smarten Geräte ermöglichen, unterschätzen Konsumenten allerdings das vielfältige Gefahrenpotential.

 

 

Home Smart Home

Ob Google, Amazon, Telekom oder Apple – der Markt für intelligente Sprachassistenten ist hart umkämpft und die Innovationen auf dem Gebiet des Smart Home überschlagen sich förmlich: Alexa regelt das Fernsehprogramm, die Amazon Cloud Cam öffnet dem Postboten die Haustür und Magenta SmartHome schlägt Alarm, wenn die Kinder am Putzmittelschrank spielen. Smart-Home-Geräte empfangen und verarbeiten Daten Rund um die Uhr. So können sie Aufträge noch präziser, noch smarter ausführen. Die zunehmende Vernetzung der Geräte im Haushalt erhöht allerdings nicht nur den Komfort. Auch das Datenrepertoire, auf das digitale Assistenten und somit auch die Produkthersteller zugreifen, weitet sich immer mehr aus: Mit dem Internet of Things wächst die Menge erhobener Daten unaufhörlich.

 

 

Datenmengen explodieren

Tatsächlich wurden noch nie so viele Daten wie heute verarbeitet. Erst im September dieses Jahres meldete der weltweit größte Internetknoten DE-CIX in Frankfurt Rekordzahlen der Datenübertragung: gemessen wurden 5,9 Terabit pro Sekunde – das sind 5,9 Billionen Informationseinheiten. Auch für die 6 Terabit-Marke wappnet sich das Frankfurter Rechenzentrum bereits. Experten sagen für die kommenden fünf Jahre sogar ein jährliches Datenwachstum von 19% voraus. Dazu tragen Smart-Home-Geräte maßgeblich bei, obwohl hier vor allem höchst sensible, persönliche Daten erhoben werden: beispielweise die Zugangsdaten oder Vermögenswerte des Endnutzers oder Informationen über die An- und Abwesenheit von Personen sowie deren Identitäten.

 

 

Ausspähung, Datenraub und folgenschwere DDoS-Angriffe

Die von Sprachassistenten erhobenen Daten werden an den Produkthersteller kommuniziert, ausgewertet und gespeichert. Ebenso finden diese Daten ihren Weg zu Dritten: Das können befugte Streaming-Anbieter sein, die das Fernseh-Programm individuell anpassen wollen, oder aber auch die NSA oder ein Datenschwarzmarkt. Die Ausspähung oder gar der Raub der gesammelten Daten ist ein gravierender Angriff auf die Privatsphäre. Die Folgen können dramatisch sein. Oft vernachlässigt wird allerdings auch die permanente Gefahr vor Cyber-Attacken, der jedes internetfähige Gerät ausgesetzt ist. Dazu gehören beispielsweise aggressive DDoS-Angriffe: Der Missbrauch von IoT-Geräten durch solche Distributed-Denial-of-Service-Attacken kann massive wirtschaftlichen Schäden anrichten, beispielsweise wenn Gesundheits- oder Sicherheitssysteme lahmgelegt werden.

 

 

Fortschritt auch innerhalb der Sicherheitskultur

Smarte Geräte bieten ein großes Einfallstor für Cyber-Kriminalität. Um so mehr verwundert es, dass die Mehrzahl der Produkthersteller die Performance ihrer Geräte immer noch über die IT-Sicherheit stellt. Zum Schutz der Allgemeinheit sollte die Konzeption von Software gemäß dem Prinzip der Security-by-Design von der Gesetzgebung noch nachdrücklicher eingefordert werden. Aber auch auf Seiten der Konsumenten ist ein stärkeres Bewusstsein für Sicherheitsrisiken im IoT nötig. Die zunehmende Vernetzung unterschiedlichster Geräte bringt radikale Veränderungen im Lebensalltag mit sich – zwangsläufig muss sich auch unsere Sicherheitskultur weiterentwickeln. Die IT-Sicherheit smarter Geräte sollte bei jeder Kaufentscheidung stets oberste Priorität haben, um Komfort sicher genießen zu können.

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